MARKTFORSCHUNG RUND UM WHATSAPP

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Marktforschung rund um WhatsApp: Vor genau 6 Jahren, im November 2009, haben Brian Acton und Jan Koum den Messenger-Dienst WhatsApp veröffentlicht. Seit dem steigt die Anzahl der Anwender kontinuierlich.

Die Zahl der über WhatsApp verschickten Nachrichten explodierte innerhalb weniger Jahre. Betrachtet man die Entwicklung der App genauer, hat sich die Anzahl der Kurznachrichten in Deutschland von 2011 bis 2015 fast verhundertfacht und liegt aktuell bei 667 Millionen Nachrichten pro Tag. Gleichzeitig hat es einen Rückgang für den Versand der Kurznachrichten per SMS zu Folge. Waren es in 2010 noch 113 Millionen SMS pro Tag, liegt die Zahl in 2015 gerade mal bei knapp 40 Millionen. Man kann sagen, dass Kurznachrichten mehr denn je geschrieben, jedoch nicht mehr per SMS versendet werden.

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Als der Dienst 2014 die 500 Millionen-Marke knackte, wurde er von Facebook für ca. 19 Milliarden Dollaraufgekauft, damit wickelte das Unternehmen die finanziell zweitgrößte Firmenübernahme überhaupt ab. Die Übernahme durch Facebook sorgte nicht nur für Schlagzeilen, sondern löste bei vielen Nutzern Vorbehaltehinsichtlich des Datenschutzes aus. Einige machten sich Sorgen, dass ihre WhatsApp-Daten auch an Facebook weitergeleitet und anderweitig genutzt werden könnten. Trotz der Unsicherheit stieg die Anzahl der Nutzer weiter an. Gründe dafür könnten einerseits die rasante Verbreitung des Messenger-Dienstes sein, nach dem Motto “jeder nutzt WhatsApp” und anderseits die Nutzungsroutinen, die viele Anwender über die Datenschutzzweifel hinwegsehen ließen.

Der Dienst hat nun weltweit mehr als 450 Millionen Nutzer, in Deutschland ist die App auf drei von vier Smartphones installiert. Die beiden Köpfe hinter WhatsApp haben in nur fünf Jahren die weltweite Kommunikation auf den Kopf gestellt und ließen mit ihrer einfachen App Unternehmen wie Apple und Facebook weit hinter sich. Doch wie kam es dazu?

Bereits in der Schulzeit kristallisierte sich heraus, dass Jan Koum ein technisches Genie sei. Der Teenager verschlang in seiner Freizeit lieber Anleitungen von Computernetzwerkdiensten, als mit seinen Freunden abzuhängen. Er trat einer Hackergruppe namens w00w00 bei, brach in Server ein und chattete mit Napster-Mitgründer Sean Fanning. Nach der Highschool wechselte er aufs College, auf eine Elite-Uni hat er es jedoch nicht geschafft, anders als Zuckerberg oder die Google-Gründer. Er schmiss die Uni kurze Zeit später, verdiente sein Geld nebenbei als Sicherheitstester und landete irgendwann bei Yahoo. Dort traf er auf Brian Acton. Sie verstanden sich auf Anhieb, wurden beste Freunde, waren für die nächsten neun Jahre Mitbewohner und erlebten den Aufstieg und Fall von Yahoo. Brian Acton war für die Werbegeschäfte zuständig und investierte vor der Dotcom-Blase (eine im März 2000 geplatzte Spekulationsblase, die insbesondere die sogenannten Dotcom-Unternehmen der New Economy betraf und vor allem in Industrieländern zu Vermögensverlusten für Kleinanleger führte), sein gespartes Geld, das er beim Börsenzusammenbruch verlor. Das Duo verließ Yahoo im September 2007 und reiste durch Südamerika, um abzuschalten. In den USA zurück, versuchten beide in der Tech-Branche wieder Fuß zu fassen. Acton bewarb sich bei Twitter und Facebook, auch Koum wollte zum Zuckerberg, doch beide wurden abgelehnt.

Am 24. Februar 2009 gründete Koum die Firma WhatsApp Inc. Die Entwicklung seiner Idee kam jedoch nicht so schnell voran, wie er es sich vorgestellt hat. Die App stürzte immer wieder ab, außerdem gab es Probleme mit der Synchronisation der Telefonnummern und Koum wollte alles hinschmeißen, wäre da nicht Acton, der ihn ermunterte weiterzumachen. Hilfe kam dann von Apple. Im Juni 2009 erlaubte der Hersteller des iPhones den Entwicklern, Push-Benachrichtigungen zu verwenden, damit wurde WhatsApp zu einer Art Instant-Messenger. Koum entwickelte kontinuierlich neue Features, so konnten die Anwender Fotos verschicken und im Anschluss sogar Voicemails.

Koum konnte seine Vision tatsächlich verwirklichen und zwar den perfekten Messenger zu entwickeln, der so einfach zu handhaben ist, dass ihn selbst das ältere Publikum (60+) ohne jegliche Computer-Kenntnisse bedienen kann. Die Zahlen sprechen für sich. Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) nutzt rund 69 Prozent der Onliner in Deutschland den WhatsApp-Messenger. Erst weit dahinter kommt die vor allem bei Jugendlichen beliebte Snapchat-App mit rund 6 Prozent, gefolgt von der Krypo-Messenger Threema mit 4,7 Prozent und Telegram mit 3,6 Prozent.

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Quellen: lmz-bw.destern.destatista.com
Foto: Vector modern phone icon in bubble speech © Trezvuy – Fotolia.com (ID85416430)

Ina Foerster Nell Gottlebe research and resultsnorddeutsche2015